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Rat erklärt einstimmig das Bürgerbegehren "Rettet die FNR" für zulässig

Rede der Mitinitiatorin C. Sperz vor dem Rat der Stadt

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates,
sehr geehrte Vertreter/innen der städtischen Verwaltung,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Schülerinnen und Schüler,

ich freue mich, dass ich heute hier als Vertreterin der Initiative "Rettet die Fridtjof-Nansen-Realschule" zu Ihnen sprechen darf, um Ihnen unsere Gründe für das Bürgerbegehren zu erläutern.

Kurz nach der Ratssitzung vom 5.Juli dieses Jahres fanden wir Initiatorinnen uns für ein Bürgerbegehren zusammen, und entschieden uns für eine einzige Frage:
"Soll die Fridtjof-Nansen-Realschule am selben Standort, in ihrer jetzigen Schulform, als eigenständige Realschule erhalten bleiben?"

Diese Frage wollten wir den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zur Entscheidung vorlegen.
Wir Initiatorinnen waren davon überzeugt, dass diese Frage in der gegenwärtigen Situation genau die richtige ist.
Wie würden aber die Bürgerinnen und Bürger auf die darin enthaltene Forderung nach Erhalt der FNR reagieren? Das wussten wir keineswegs.

Inzwischen haben, wie Sie vielleicht wissen, 13.080 Castroper Bürgerinnen und Bürger durch ihre Unterschrift kundgetan, dass auch sie diese Forderung für richtig und berechtigt halten und daher unsere Initiative unterstützen.

Die von uns gestellte Frage enthält 3 Punkte, die uns wesentlich sind, erstens geht es um den Erhalt der Fridtjof-Nansen-Realschule, zweitens geht es um die Standortfrage und drittens geht es um die Frage, ob die Schulform Realschule in Castrop-Rauxel erhalten bleiben soll oder nicht.

Meine Begründung geht der Reihe nach auf diese 3 Fragen ein.

Argumente für den Erhalt der Fridtjof-Nansen-Realschule zu finden und zu vertreten, fiel nicht schwer. Das bestätigte sich auch in zahlreichen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern.:

  • Die FNR ist bekannt als gut funktionierende Schule mit einem hochmotivierten und engagierten Kollegium.
  • Die zahlreichen Unternehmen aus Handwerk, Handel und Industrie sowie die öffentliche Verwaltung, bei denen Schülerinnen und Schüler der FNR ihre Praktika oder ihre Ausbildung absolvieren, geben ihnen und damit auch der Schule regelmäßig hervorragende Zeugnisse und Rückmeldungen. Sie vertrauen einfach auf eine solide Ausbildung und Vorbereitung seitens der FNR.
  • Das hohe Lern- und Leistungsniveau an dieser Schule ermöglicht ihren Absolventen einen in der Regel problemlosen Übergang in die Sekundarstufe II und somit den Weg zum Abitur.
  • Die Schüler, Eltern und Lehrer der FNR und auch Ehemalige identifizieren sich in sehr hohem Maße mit ihrer Schule.
  • Die Schülerinnen und Schüler bleiben von Klasse 5 bis 10 in ihrem Klassenverband, denn in der Realschule wird nicht nach Leistung getrennt und neu aufgeteilt. Je nach Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler werden in der FNR Kurse für die Neigungsdifferenzierung gebildet. So können die Schüler als viertes Hauptfach anwählen: Französisch, Informatik, Biologie, Technik oder Sozialwissenschaften.
  • An dieser Schule wird seit vielen Jahren eine erfolgreiche Erziehungs- und Präventionsarbeit geleistet gegen Gewalt, Rassismus, Verhaltensauffälligkeiten und Suchtgefahren.
  • Als Beispiel für die immer weiter entwickelten pädagogischen Konzepte hat uns u.a. besonders das Methodentraining überzeugt, an dem alle Schüler aller Jahrgänge teilnehmen und das wichtige Grundlagen bildet, etwa für das selbstständige Lernen.
  • Schließlich bietet der offene Ganztag, der in dieser Form ausdrücklich von Eltern und Schülern gewünscht ist, Angebote zur individuellen Förderung, für Nachhilfe in kleinen Gruppen und Angebote zur Entwicklung der Kreativität.

Alle bis hierher genannten Punkte beschreiben den Ist-Zustand an der FNR, sozusagen das, was hier Standard ist, und das finden wir schon ziemlich beeindruckend.

Was uns aber ganz besonders für die FNR einnimmt, das sind die Dinge, die dort schon in Angriff genommen worden sind und ständig weiterentwickelt werden, um die gegenwärtigen und zukünftigen Veränderungen zu berücksichtigen:

  • Schon seit einer Reihe von Jahren nimmt die FNR in zunehmender Zahl Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulempfehlung auf, die ganz überwiegend zum Fachoberschulabschluss geführt werden. Bei gegenwärtig ca. 13% Schüler mit Hauptschulempfehlung verlassen aber nur weniger als 2% dieser Schüler die FNR mit dem Hauptschulabschluss. Das heißt für uns: An dieser Schule gelingt bereits jetzt die Integration und Förderung dieser Schüler.
  • Besonders überzeugt hat uns das neu entwickelte Förderkonzept, das im letzten Schuljahr vorgelegt worden ist. Es bekundet nicht nur den klaren Willen der FNR, sich den neuen Herausforderungen zu stellen, sondern dieses Förderkonzept beinhaltet auch eine ganze Reihe von praktischen Veränderungen. Diese umfassen sowohl eine differenzierte als auch eine integrative Form der individuellen Förderung.

Diese Schule will sich nicht nur neuen Situationen anpassen, sie kann das auch!
Das hat sie bisher schon gezeigt.

Zur Frage des Standortes in Habinghorst ist zu sagen, dass die FNR dort nicht einfach zufällig ihre Adresse hat, sondern sie ist über die Jahre in diesen Standort hineingewachsen und hat ihre Verbundenheit nicht nur durch einige stadtteilbezogene Projekte vertieft, sondern hat auch Kooperationen entwickelt. So hat sie im benachbarten Berufskolleg und in den Rütgerswerken feste Kooperationspartner gefunden. Nach Meinung der meisten Bürger, mit denen wir gesprochen haben, ist die Fridtjof-Nansen-Realschule von diesem Standort einfach nicht wegzudenken.

Außerdem zeigte sich in den Gesprächen mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, dass ihnen die Aussicht, möglicherweise die Schulform Realschule zu verlieren, überhaupt nicht gefiel. Sie betonten in ihren Äußerungen ihr Interesse an Qualität, Vielfalt und der Wahlfreiheit des Bürgers. Sie wollen, dass auch in Zukunft der Elternwille zählt, wenn es um die Entscheidung für eine weiterführende Schule geht.

Da wussten wir, dass wir auch an diesem Punkt in unserer Einschätzung richtig lagen. Wenn wir den Menschen mitteilten, dass trotz des demografischen Wandels - laut Gutachten und laut gültigem Schulentwicklungsplan - der Bestand der Realschule auf viele Jahre gesichert ist, schüttelten viele Bürger nur noch den Kopf angesichts der vom Rat beabsichtigten Veränderungen.

Ich möchte noch einmal betonen, dass wir selber bei Initiierung des Bürgerbegehrens zwar sicher waren, dass unser Anliegen berechtigt und richtig ist. Aber wie würden die Bürgerinnen und Bürger das sehen?

Würden sie unsere Ziele teilen, unseren Argumenten folgen?
Dessen waren wir keineswegs sicher.

Inzwischen sind einige Wochen vergangen, 13080 Unterschriften wurden für unser Anliegen, den Erhalt der FNR, gesammelt, d.h. mehr als 20 % der wahlberechtigten Bürger unterstützen unser Begehren.

Die Zahl an sich ist schon sehr eindrucksvoll und ein großer Erfolg, für den wir vielen zu danken haben.

Aber für uns hat dieser Erfolg nicht nur eine quantitative, sondern vor allem eine qualitative Seite: Das Ausmaß der Unterstützung, die Vehemenz des Zuspruchs, den wir erfahren haben, die vielen Zeichen der Sympathie für unser Anliegen, das alles war einfach überwältigend. Wenn Sie das erlebt hätten, wüssten Sie besser darüber Bescheid, was den Castroper Bürgerinnen und Bürgern ihre Fridtjof-Nansen-Realschule bedeutet!

Das Organisieren der Unterschriftensammlung, das war Arbeit und bedeutete natürlich einen erheblichen Zeitaufwand, aber das Sammeln der Unterschriften selbst war nicht mühevoll. Damit Sie sich ungefähr vorstellen können, was ich meine, will ich nur sagen:
Die Menschen haben teilweise Schlange gestanden und gewartet, damit sie sich in die Unterschriftenlisten eintragen konnten. Diese Erfahrungen haben wir in allen Stadtteilen und zu allen Zeiten gemacht.

Daher haben wir die begründete Hoffnung, dass - angesichts des zahlreichen, vehementen Zuspruchs - sehr viele Menschen am 28. Oktober von ihrem Recht auf Abstimmung beim Bürgerentscheid Gebrauch machen und mit "Ja" stimmen werden.

Ich möchte Ihnen, liebe Mitglieder des Rates, daher dringend nahe legen, erneut zu überlegen, wie Sie sich zu den im Rat erörterten Plänen stellen wollen.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass dieser Ort der einzige ist, an dem mehrheitlich anders über die anstehenden Fragen gedacht wird als in der gesamten Stadt Castrop-Rauxel.

Ich danke Ihnen.

Pressestimmen:

→ Ruhrnachrichten, 21.09.2012: Landrat unterstützt Stadt beim Bürgerbegehren
→ Ruhrnachrichten, 20.09.2012: Castrop-Rauxeler Rat widersetzt sich dem Schulministerium
→ WAZ, 21.09.2012: Bürgerbegehren: Der Ball liegt jetzt beim Landrat
→ WAZ, 20.09.2012: Der Weg für den Bürgerentscheid ist geebnet

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