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FWI - Pressemitteilung 22.03.2012

Entscheidung für Sekundarschulen verschieben, Schulform Realschule in unserer Stadt erhalten

Das Schulministerium hat einen Leitfaden zur Gründung von Sekundarschulen veröffentlicht und ein Informationsportal nebst FAQ online gestellt. Es wird darin auch ausgeführt, dass das Ministerium nicht die Stadt einen Fragebogen für die Eltern entwickelt hat, der noch angewendet werden muss. Das vorgeschriebene Procedere (siehe Leitfaden S. 9) ist u.E. nicht ganz unproblematisch durchzuführen. Die Verwaltung und auch die Schulleitungen argumentieren, dass die derzeitigen Schulpflegschaften (Real- und Hauptschulen) nicht maßgeblich sind sondern für die zukünftigen Schüler nur der Elternwille der jetzigen Grundschuleltern. Aber auch die derzeitigen Lehrer sind nicht "maßgeblich", da Sie bisher weder für die Sekundarschulen irgendwie weitergebildet wurden noch automatisch den Sekundarschulen zugeordnet sind. Sie müssen sich neu an diesen bewerben (siehe Leitfaden), d.h. die vorhandene Lehrer werden nicht automatisch übernommen sondern es können neue und andere Lehrer eingesetzt werden. Ansonsten sind die Bedingungen für die Lehrer verbessert gegenüber denen an Real- und Hauptschulen. Für Sekundarschulen bereits aus-/ weitergebildete Lehrkräfte existieren derzeit noch gar nicht in unserer Stadt. In der Übergangsphase müssten vorhandene Lehrkräfte sowohl an der Sekundarschule als auch an der auslaufenden Schule unterrichten und das pädagogische Konzept wie die Schule geführt wird -integriert, teilintegriert, kooperativ (Definition siehe Leitfaden)- begleitend entwickeln und umsetzen. Bedingt durch die Landtagsneuwahl verzögern sich wichtige Ausführungsbestimmungen zu den Sekundarschulen und die pädagogische Fortbildung der zukünftigen Lehrer ect. pp.. Deshalb kann u.E. eine vorschnelle Gründung von Sekundarschulen in unserer Stadt möglicherweise in einem "Schulchaos" enden.
Die räumlichen Voraussetzungen für eine Sekundarschule im Süden, die nur als Ganztagsschule geführt werden kann sind auch nicht gegeben, es sei denn, man bildet einen Teilstandort an der Hauptschule Schillerstraße. Nach den derzeitigen Anmeldezahlen erreichen Johannes Rau Realschule (JRR) und die Hauptschule Schillerstraße auch nicht einmal die erforderlichen 75 Anmeldungen für eine Sekundarschule.
Die FWI plädiert deshalb dafür die Entscheidung für eine Sekundarschule nicht Hals über Kopf zu treffen ohne die Bedingungen im Einzelnen zu kennen und ohne das vorgeschriebene Procedere (S. 9 Leitfaden, Bedürfnisanalyse, Beteiligung der Mitbestimmungsorgane der aufzulösenden Schulen etc.) eingehalten zu haben. Weiterhin sind den Eltern die Unterschiede zur Schulform Gesamtschule nicht klar, da die Ausgestaltung nach den bisher bekannten Regeln auf eine "Gesamtschule light" hinausläuft.
Wir sind und bleiben der Auffassung, dass es einen starken Elternwillen gibt, die erfolgreiche Schulform Realschule in unserer Stadt erhalten zu wollen und die Politik muss dieses berücksichtigen, wenn sie es Ernst meint mit der Berücksichtigung des Elternwillens. Wir begrüßen die Absicht der Fridtjof Nansen Realschule als Realschule weiter bestehen bleiben zu wollen ausdrücklich. Das vielzitierte "Schober Gutachten" zur Schulentwicklung sieht es ebenso, die Realschulen in unserer Stadt sind überlebensfähig! Laut seiner Prognose reichen die Anmeldezahlen für beide Realschulen bis ins Jahr 2020/21, wobei er von der Schließung der JK-Gesamtschule und der Franz Hildebrandt Hauptschule (FHH) ausgeht.

Für uns ist es darüber hinaus völlig unverständlich, dass in dem bei weitem einwohnerstärksten Stadtteil Ickern keine weiterführende Schule eingerichtet werden soll und die einzig verbleibende Schule dann, nach JK-Gesamtschule, FH-Hauptschule (und der bereits geschlossenen GS an der Marienburger Str.) nur noch eine dreizügige Grundschule ist. Zumindest den Erhalt einer der weiterführenden Schulen in Ickern, z.B. als Teilstandtort einer anderen weiterführenden Schule, muss in Erwägung gezogen werden.

Übrigens zeigt diese wenig vorausschauende rot/grüne Schulpolitik der letzten Jahre, dass die Investionen in zweistelliger Millionenhöhe in die Schulgebäude nebst Turnhallen, Mensen, OGS etc. der jetzt zur Schließung anstehenden Schulen (auch Grundschulen) völlig am Bedarf vorbei getätigt wurden. Was dafür ausgegeben wurde kann durch Einsparungen mittels den vorgesehenen Schulschließungen erst in Jahrzehnten - wenn überhaupt - wieder wettgemacht werden. Der Schülerverkehr und die Kosten dafür werden weiter steigen, denn selbst die Kleinsten werden zukünftig daran teilnehmen.

Die FWI forderte seit 2003 einen neuen Schulentwicklungsplan aufzustellen, der aber erst 2011 um Jahre zu spät vorgelegt wurde. Eine vorausschauende Schulpolitik sieht anders aus und richtet sich nicht allein nach den ideologisch gefärbten Parteieninteressen sondern den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort.

Manfred Postel

Weitere Informationen:

Leitfaden des Schulministeriums zur Gründung von Sekundarschulen
Informationsportal des Schulministeriums nebst FAQ

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