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FWI - Stellungnahme 19.01.2011

zum Schulentwicklungsplan

1. Vorgehen - Berücksichtigung von geplanten landespolitischen Regelungen

Der neue Schulenwicklungsplan muss für die Stadt Castrop-Rauxel eine praxisnahe und umsetzbare Lösung bringen. Die FWI geht den anstehenden Diskussionsprozess der mit allen Akteuren stattfinden sollte, ergebnisoffen an und wird in einer öffentlichen Sonderveranstaltung dazu ihre Stellungnahme abschließend beraten. Dabei muss festgestellt werden, dass das Schulgesetz NRW und damit der Landesgesetzgeber die grundsätzlichen Regelungen für die Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen bestimmt. Was im vorliegenden Plan fehlt sind die sich abzeichnenden Entwicklungen auf Landesebene. Diese - derzeitigen - Unwägbarkeiten haben sowohl einzeln als auch in Summe Auswirkungen auf den uns vorliegenden Schulentwicklungsplan. Die Veränderungen der Rahmenbedingungen müssen noch berücksichtigt werden, bevor irgendwelche Veränderungsprozesse, vorgeschlagen, propagiert oder eingeleitet werden, da viele Entscheidungen voneinander abhängen, bzw. sich gegenseitig beeinflussen. So wie es aussieht werden Entscheidungen auf Landesebene noch in diesem Jahr erfolgen. Deshalb ist u.E. ein schrittweises Vorgehen erforderlich, das es ermöglicht, Entscheidungen verantwortlich dann zu treffen, wenn die Wechselwirkungen klar sind, bzw. hinreichend eingeschätzt werden können.
Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung in NRW wird zur Veränderung der Schullandschaft eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, wovon die Folgenden maßgeblich die derzeitigen Aussagen und Vorschläge des Planes beeinflussen:

  • Verstärkte Nutzung der im bestehenden Schulgesetz verankerten Möglichkeit, besondere Schulmodelle zu genehmigen (Gemeinschaftsschulkonzepte, innovative schulische Vorhaben, die das längere gemeinsame Lernen zum Ziel haben,).
  • Den Kommunen soll die Wiedereinführung der Grundschulbezirke ermöglicht werden.
  • Ausrichtung des Einschulungsalters am individuellen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes.
  • Abschaffung der Verbindlichkeit der Grundschulgutachten und des Prognoseunterrichtes.
  • Teilweise Rücknahme der Schulzeitverkürzung.
  • Umsetzung der Inklusion.
  • Förderung des Ganztages.
  • Ermöglichung längeren gemeinsamen Lernens

2. Aussagefähigkeit der Prognosen/Statistiken

Die Prognosen bezüglich der demographischen Entwicklung über Zeiträume, für die die Kinder noch nicht geboren sind haben für uns etwas von Glaskugel und Kaffeesatzlesen. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen dazu, und frühere Prognosen sind bisher nie so dramatisch eingetreten wie vorausgesagt. Selbst beim Lesen des Planes fällt auf, dass z.B. die Schülerzahlen des Planes nicht mit der amtlichen Schulstatistik übereinstimmen (erhebliche Abweichung nach unten - weniger Schüler), die angegebenen Geburtenzahlen nicht denen der uns vorliegenden des Standesamtes entsprechen, alte Prognosen des Bereichs Stadtentwicklung erheblich von den Prognosen des Planes abweichen und ein sog. "trendgewichtetes Mittel" eingeführt wird, dass vom rechnerischen Mittel der Schülerzahlen erheblich (nach unten - weniger Schüler) abweicht. Warum das Gutachten ausweist und zahlenmäßig weiter verwendet, dass nicht alle bereits geborene Kinder eines Jahrgangs auch eingeschult werden, sondern jeweils rund 20 Kinder weniger, erschließt sich uns nicht. Wir brauchen aber gesicherte Daten und erwarten vor weiteren Diskussionen Erklärungen zu den Unstimmigkeiten im Plan.

[ Welche Zahlen sind richtig? ] [ Ist die amtliche Statistik falsch? ]
Welche Zahlen sind richtig? Ist die amtliche Statistik falsch?

3. Schuleinzugsbereiche, Klassenstärken

Da es möglich wäre, Grundschulstandorte einfach dadurch abzusichern, indem man wieder entsprechende Schuleinzugsbereiche bildet, folgern wir, dass man dies wohl nicht will. Jegliche Diskussion und Aussage dazu fehlen bisher jedenfalls. Z.B. gibt es in Deininghausen genug Kinder um die Grundschule ggf. zu erhalten, die Eltern wählen aber derzeit Grundschulen in anderen Stadtteilen für ihre Kinder.

Wir plädieren nach wie vor dafür, bei sinkenden Schülerzahlen die vorhandenen Kapazitäten zu nutzen um die Klassenstärken zu senken, um eine bessere individuelle Förderung der Kinder zu ermöglichen. Auch hier gibt es entsprechende Initiativen auf Landesebene und diese werden inzwischen nicht nur von den Eltern-, sondern auch von den Lehrerverbänden empfohlen und können letztendlich nicht ungehört bleiben - auch wenn unser Bürgermeister Beisenherz anderer Meinung ist.

Dass es für die Grundschulstandorte eher Probleme im Süden(/Mitte) als im Norden geben würde, haben wir schon vor (8) Jahren prognostiziert bei der Schließung der GS Marienburger Str.. Überflüssig zu wiederholen, dass der teure Bau der einzügigen GS Grüner Weg, gegen den die FWI als einzige Fraktion gestimmt hat, vollkommen überflüssig war und als Wahlgeschenk von CDU und SPD galt.

4. Weiterführende Schulen, Realschulen

Die prognostizierte Entwicklung der Schülerzahlen an weiterführenden Schulen ist natürlich abhängig von der Entwicklung der Schülerzahlen im Grundschulbereich, deshalb geht es darum die vorgenannten Aspekte zu den Schülerzahlen, Klassenfrequenzen und vorgegebenen Zügigkeiten (Landesebene) umso genauer zu überprüfen und darzustellen bevor daraus Konsequenzen gezogen werden.

In der bisherigen Berichterstattung zur Realschule wurde über die mögliche Schließung einer Realschule berichtet. Wir möchten klar herausstellen, dass der Gutachter dies so nicht empfiehlt - im Gegenteil!

Zitat:

"Für die Stadt Castrop-Rauxel wird jedoch vorgeschlagen, die zukünftige Schulentwicklung auf dem Erhalt der bestehenden Realschulangebote aufzubauen und in der sich abzeichnenden Entwicklung - nicht zuletzt auch in Anbetracht der Freigabe des Elternwillens - flächendeckend schulorganisatorisch auf die historisch angelegte Absorptionskraft der Realschule zu vertrauen.
Vieles spricht dafür, dass sich auch in der Stadt Castrop-Rauxel die Schulform Realschule gegenwärtig einer steigenden Wertschätzung von Seiten der Eltern sicher sein kann."

Dies bestätigt unsere bisherigen Einschätzungen und unseren vehementen politischen Einsatz für die Schulform Realschule und den Bau der 2. Realschule nachträglich gegen alle Widerstände und Anfeindungen der SPD.

5. Forderung der FWI

  • Szenarien für die vorgesehenen landespolitische Entwicklungen und Vorgaben im Schulentwicklungsplan entwickeln. (u.a für dann mögliche Klassenfrequenzen und Zügigkeit, z.B.: Auswirkungen bei der Senkung der möglichen Klassenfrequenzen in allen Schulformen von derzeit x auf y).
  • Prüfung der Wiedereinführung von Schuleinzugsbereichen und möglicher Neufestlegung im Stadtgebiet. Szenarien der Auswirkungen erstellen.
  • Überprüfung der vorliegenden Prognosen und des verwendeten Zahlenmaterials.
  • Von der Verwaltung betreute öffentliche Diskussion mit allen Beteiligten (Lehrer, Eltern- und Schülervertretungen, Schulleitungen).
  • Erstellung eines Rahmenplanes zum Schulentwicklungsplan durch die Verwaltung mit einem Zeit und Maßnahmenplan vor Beschluss des Schulentwicklungsplanes als Satzung.
  • Ausreichende Zeit für die Beratung und Beschlussfassung - nicht bereits im Februar dieses Jahres.

Für die FWI
Manfred Postel, Hermann Bohle

Der Schulentwicklungsplan steht im Internet:
http://www.gkd-re.de/gkd_apps/SelfDB2/daten/325-370fieldDownloaddokument.pdf

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