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Nutzungsentgelte für Sportanlagen

Rede von H. Bohle in der Ratsitzung vom 06.12.2012

Bevor sie jetzt, meine Damen und Herren, vor Begeisterung, wieder eine Lücke im desaströsen Haushalt verkleinert zu haben, der Vorlage zustimmen, möchte ich die Perspektive wechseln und ihren Blick auf einen Betroffenen, den Castroper TV lenken, damit sie auch wissen, welche Auswirkungen ihre Entscheidung auf den Sportbetrieb in unserer Stadt hat. Der CTV ist nur ein Beispiel und seine Probleme gelten mit Sicherheit genau so für den TUS Ickern , den TB Rauxel und die anderen Vereine.
Die drei sind die größten Sportvereine mit insgesamt ca. 3000 Mitgliedern, gleichzeitig gehören sie zu den ältesten und decken mit ihren verschiedenen Abteilungen eine breite Sportpalette ab.

Der Castroper TV muss im nächsten Jahr nach Berechnungen des Vorstandes 10.200 € an die Stadtkasse überweisen. Hört sich zunächst nicht erschreckend an, bekommt aber eine ganz andere Dimension, wenn man weiß, dass dieser Betrag ca 25 % der jährlichen Mitgliedsbeiträge und ca 20 % der Gesamteinnahmen ausmacht.

Stellen sie sich vor, der städtische Haushalt würde im nächsten Jahr mit einer 20%igen Abgabe belastet, das sind ca 30.000.000 €! Wüssten sie einen Weg, eine solche Summe einzusparen oder aufzutreiben? Wohl nicht!

Und genau vor diesem Problem stehen die Vereine. Sie haben Jahr für Jahr einen Berg von fixen Kosten wie Verbandsbeiträge (4.000 €) Übungsleiterentschädigungen (20.000 €) Versicherungen (4.600 €) und Unterhaltskosten für ihre Immobilien wie Tennisanlagen, Vereinshäuser und Bootshäuser, die schon den größten Teil der Mitgliedsbeiträge verschlingen. Der übrige Teil wird in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gesteckt, immer eine Quersubventionierung von den Erwachsenen zu den Jüngeren.

Da ist für den CTV und die anderen Vereine kein Cent übrig, um ihn zur Schuldentilgung des städtischen Haushaltes abzuführen. Den probaten Weg, die Kassenkredite zu erhöhen, können die Vereine "Gott sei Dank" nicht gehen. Neben der Streichung kleinerer Sonderleistungen, wie ein Nikolausturnen oder Altentreffen, bleibt den Vereinen nur die Möglichkeit, entweder den Sportbetrieb zurückzufahren oder das Nutzungsentgeld mindestens 1 zu 1 über eine Beitragserhöhung an die Mitglieder weiterzugeben oder vielleicht auch beides.

Damit sind wieder Bürgerinnen und Bürger die Dummen, denen eine weitere Gebühr, diesmal verdeckt, aufs Auge gedrückt wird.

Generös hat die Koalition eine Laufdauer von 10 Jahren vorgeschlagen, von den Herren Goerke und Wagener vollmundig im B1 begründet mit der Aussage, die Vereine hätten dann Planungssicherheit. Diese lange Laufdauer ist eher als Spökenkiekerei und Beruhigungspille für die Koalition und die Vereine anzusehen, einen praktischen Wert hat sie nicht. Niemand wird ernsthaft annehmen, dass eine Gleichung mit so vielen Variablen Jahr für Jahr aufgeht und die festgeschriebene Summe ergibt. Und wer weiß schon, welche Auswirkungen die demografischen Veränderungen auf die Struktur der Sportvereine haben werden.

Das Nutzungsentgeld ist für die Vereine eine schwere Belastung, für den städtischen Haushalt ist es noch nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, geht es doch hier gerade mal um ca. 1/10 % der Einnahmen.

Aber mit Hilfe des Nikolausgeldes des Landes können sie, meine Damen und Herren, eine sinnvolle Lösung finden, entdecken sie ihr Herz für den Sport, vergessen sie den Fraktionszwang und lehnen sie, wie die FWI, die Vorlage ab.

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