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Rat 20.09.2012: Rede von H. Bohle zur Gründung von 2 Sekundarschulen unter Auflösung der 2 Realschulen und der Hauptschule Schillerstr.

Aus der Sicht der FWI wäre es wünschenswert gewesen, dieser Vorlage alle Antragsunterlagen zur Beantragung der Sekundarschulen beizufügen. Der Leitfaden des Schulministeriums gibt eindeutig vor, was alles dazu gehört und vorgelegt werden muss. Für eine breitere Information fehlen uns

  • Das Ergebnis der Bedürfnisprüfung
  • Das Ergebnis der interkommunalen Abstimmung
  • Die Vorlage einer verbindlichen Kooperation mit einer Oberstufenschule
  • Die Schulkonferenzbeschlüsse der Schulen, deren schrittweise Auflösung vorgesehen ist

Vor allem die letzteren sollten nach unserer Überzeugung vor einem Auflösungsbeschluss gehört werden, soviel Fairness muss sein.

Aus der Sicht der FWI wäre es auch wünschenswert gewesen, wenn die Zahlen und Angaben, mit denen in der Vorlage argumentiert wird, präzise und schlüssig wären. Das trifft schon nicht auf die Auswertung der Elternbefragung zu, die u.E. keines Wegs als Bedürftigkeitsnachweis für 2 Sekundarschulen gelten kann.

Die Behauptung, der Standort Kleine Lönsstraße verfüge über 8 Klassenräume, kann nicht zutreffend sein, denn eine zweizügige Realschule muss mindesten über 2 x 6 = 12 Klassenräume verfügen. Dafür ist die Anzahl der Klassenräume in der Schillerschule größer als in der Vorlage angegeben. Die Behauptung, beide Standorte verfügten über Zweifach-Sporthallen ist auch falsch, die Halle an der Schillerstraße ist eine Einfeld-Halle.

Für die Sekundarschule Nord wird aufgeführt, dass "die von der FNR nicht mehr benötigten 4 Klasseräume in einem Trakt zusammen gefasst werden". Warum begnügt man sich an dieser Stelle mit vier Klassenräumen, benötigt man doch für eine 3-zügige Sekundarschule "im Aufbaujahr 3 Klassenräume und mindestens 2 räumlich zugeordnete Differenzierungsräume."

Offensichtlich weiß die Verwaltung nicht, an welchem Standort welche Räume und Hallen zur Verfügung stehen, in welchem Umfang sie wofür genutzt werden und welche Raumansprüche durch eine 3-zügige Sekundarschule entstehen und welches Raumkonzept einer solchen Schule zur Verfügung stehen muss. Zumindest weiß man aber schon, dass "in den kommenden Schuljahren immer mal wieder bauliche Anpassungsmaßnahmen oder auch zusätzliche Einrichtungserfordernisse entstehen." Mindestens die Einrichtung einer Mensa am Standort Kleine Lönsstraße ist zwingend erforderlich.

Dagegen weiß man heute aber noch nicht, welche Kosten entstehen, das weiß man erst, wenn das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist, denn dann kann das Immobilienmanagement die Kosten aus dem Hut zaubern. Bei der desaströsen Haushaltslage wäre es nach unserer Ansicht schon angebracht, diesen Rat vor der Beschlussfassung zumindest über einen Kostenrahmen zu informieren.

Beim theoretischen Überbau der beiden Sekundarschulen hätte ich mir die namentlich Angabe des Autorenteams und Quellenangaben gewünscht, vor allem fehlen mir Hinweise auf die Mitarbeit von Elternvertretern oder den Schulpflegschaften oder Schulkonferenzen.

Ansonsten ist der theoretische Überbau vielleicht im Vergleich mit Schulen von anno tobak sensationell, nur haben viele Versprechungen und Gestaltungselemente schon längst in die Schulen Einzug gehalten. Oder können sie sich die Kollegen Molloisch und Pelzing mit einem Stock in der Hand an der Tafel stehend vorstellen und die Klasse im Chor den Tafelanschrieb vorlesen lassend?

Selbstverständlich arbeiten beide in ihrem Unterricht nach den Erkenntnissen der modernsten Pädagogik

Selbstverständlich haben beide realisiert, dass die Rolle des Lehrers sich verändert hat

Selbstverständlich versuchen sie, kein Kind zurückzulassen

Selbstverständlich kümmern sie sich um Förderkonzepte

Selbstverständlich wissen sie, wie, in sich ständig verändernden Zeiten, eine Schule auf die Veränderungen reagieren muss.

Diese Veränderungen kennt besonders der Kollege Pelzing, der an einer Ganztagsschule arbeitet mit einem theoretischen Überbau, der stark dem der beiden Entwürfe der Sekundarschulen ähnelt.

Das größte Problem ist aber, dass mit dem Überbau nur die eine Seite der Medaille vorliegt, alle Vorstellungen der Theorie müssen in einem sechsjährigen Versuchslauf auf ihre Machbarkeit erprobt, angenommen, verbessert oder verworfen werden, d.h. in welchem Umfang Theorie und Praxis dann deckungsgleich sein werden, ist völlig ungewiss.

Gewiss ist aber, dass beide Sekundarschulen, nach Schließung der bestehenden Schulen, die Menge der Kinder nicht aufnehmen können, dass sie zunächst zu klein sind, dann aber zum Ende des schulorganisatorischen chaotischen Probelaufes selbst nach den Zahlen von Frau Glöß eine der beiden Schulen auslaufen muss?

Die FWI ist nicht grundsätzlich gegen Sekundarschulen, es mag durchaus Orte im ländlichen Raum in NRW geben, an denen sie für Kinder die letzte Möglichkeit bilden, ortsnah beschult zu werden. Die FWI ist aber gegen Sekundarschulen in unserer Stadt, da die vorhandenen Schulen mit den schon gelebten Veränderungen aus der Praxis heraus durchaus in der Lage sind, den demographischen Wandel ohne Brüche zu gestalten. Nach dem Schulentwicklungsplan von Herrn Schober reichen die Kinder auch 2019/20 aus für zwei Realschulen und einer Hauptschule, der Schillerschule, die nach meiner Überzeugung das ausgeklügelste Förderkonzept aller Schulformen hat.

Die FWI wird die Beschlussempfehlung ablehnen!!

Ein letzter Ausblick auf den von Ihnen beschlossenen Schulentwicklungsplan. Er führt im Norden, nördlich der Köln-Mindener Eisenbahn zu einer Diaspora an Schulstandorten, obwohl dort die einwohnerstärksten Stadtteile liegen. Lediglich 3 Grundschulen und eine Sekundarstufenschule werden im Norden noch bleiben, dagegen eine Ballung von Schulstandorten im Süden mit 5 Grundschulen, einer Sekundarstufenschule, einer Gesamtschule und zwei Gymnasien.

Die FWI hat schon gegen die nicht notwendige Schließung von Grundschulen gestimmt und wird diesem mit heißer Nadel gestickten Plan mit zwei Versuchsschulen ebenfalls nicht zustimmen.

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