[ FWI - Baum ]

Sie befinden sich hier:

[ Nix ]

> Startseite > Klartext > Schulische Inklusion - so nicht!

Klartext 12.02.2014

Schulische Inklusion - so nicht!

Niemand will die Anwendung der UN-Behindertenrechtskonvention in Frage stellen. Daher ist entscheidende Frage nicht mehr, ob Inklusion, sondern wie inklusive Bildung umgesetzt wird. Politiker versprechen in ihren Reden, die Schulen zu unterstützen: kleine Klassen, doppelte Lehrerbesetzung... Und nun zum politischen Handeln, z.B.

  • zur Klassengröße

"Inklusive Lerngruppen sollen maximal eine Klassengröße von 20 Kindern haben.", so die Ministerin für Schule und Weiterbildung: http://sylvia-loehrmann.de/708/fragen-und-antworten-zum-thema-inklusion/, gelesen am 09.02.2014. Udo Beckmann vom Verband für Bildung und Erziehung (VBE) wirft der Landesregierung (am 30.01.14, Internet) "Augenwischerei" vor, solche Aussagen seien eine "Mogelpackung", weil die meisten Schulen ihre inklusiven Klassen (mindestens zwei Kinder pro Parallelklasse) gar nicht verkleinern dürfen. Er hat recht und hinzu kommt noch, dass SPD und Grüne im Dezember 2013 die im Schulkonsens vereinbarte Senkung der Klassengrößen an Schulen (außer Gesamtschulen) für 2014 verhindert haben. Das ist schulische Wirklichkeit.

  • zum regionalen Stellenbudget

Von 2014 an wird das bisherige System der Berechnung von Förderstellen abgelöst durch ein regionales Stellenbudget von Sonderpädagogen, deren Zahl festgelegt ist nach dem Fördergrundbedarf von 2012/13. Aus diesem Budget ordnet die Schulaufsicht den Schulen Lehrkräfte mit halber oder ganzer Stelle auf Dauer zu. Das Ministerium will dafür in diesem Jahr 1000 Lehrerstellen bereitstellen, bis 2017 weitere 2000. Das klingt gut. Aber: Sonderpädagogen sind Mangelware und die personelle Ausstattung des Budgets für die über 5900 allgemeinbildende Schulen ist zu knapp bemessen. Auch nach Ansicht des VBE verwaltet die Landesregierung lediglich den Mangel, und die GEW wirft ihr vor, die massiven Probleme bei der Umsetzung der Inklusion zu verschleiern. (http://www.gew-nrw.de/index.php?id=2792). Und trotzdem sparen die rot-grünen Koalitionsfraktionen im Landtag: 900 Lehrerstellen laut VBE im letzten Jahr, 2687 laut Landeshaushaltsplan in diesem Jahr und viele Stellen an vielen Schulen, weil die Stellenrelationen nicht abgesenkt wurden. So macht Politik Schule!

  • zur berufsbegleitende Ausbildung für Sonderpädagogik

Weil eine große Anzahl von Sonderpädagogen für die schulische Inklusion fehlt, werden bis 2018 berufsbegleitende Qualifizierungen angeboten, allerdings nur für die Inhaber von sonderpädagogischen Stellen an Grund- und Förderschulen. Lehrkräfte an weiterführenden Schulen müssen sich für eine Teilnahme an dieser Ausbildung von ihren Schulen wegbewerben. Aber auch Lehrinnen und Lehrern an Grundschulen, die schon integrativ oder inklusiv arbeiten, ist die Qualifizierung verwehrt, sofern sie nicht auf einer o.g. Stelle geführt werden.

  • zur Finanzierung in den Kommunen

Dazu kommen ungelöste Finanzierungsprobleme, die mittlerweile zum Streit führen zwischen den Kommunen als Schulträgern und dem Schulministerium. Der Städtetag NRW hat dazu eine Stellungnahme abgegeben, die für sich spricht (http://www.staedtetag-nrw.de/presse/mitteilungen/067422/).

So kann Inklusion nicht gelingen - so nicht!

Christel Sperz

[ Nix ]
[ FWI - Castrop Rauxel: Kommunalpolitik mit den Bürgern für die Bürger ]
Kontakt
 
Geschäftsstelle:
Freie Wähler Initiative
Ickerner Straße 10
44581 Castrop-Rauxel
 
Telefon/Fax:
02305 542569
 
E-Mail:
 
Geschäftszeiten:
Montags 18:00 bis 19:30 Uhr
und nach Vereinbarung
 
[ FWI - unabhängig, sachorientiert, unbequem ]

↑ Zum Seitenanfang ↑

 RSS 2.0

© FWI Castrop-Rauxel